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Die aktuelle Fatwa: März 2026

29.03.2026

Islamweb: Ruling on Speaking to Female Classmates and the Correct Approach to Marriage

Der Fragesteller ist Student. Er möchte gerne wissen, was die Bedingung der Notwendigkeit (Darura) erfüllt, um mit Studentinnen zu sprechen. Es sei hart ein Mädchen zu heiraten, ohne Zeit miteinander verbracht zu haben. Es könne sein, dass Väter die Regeln der Scharia nicht verstehen würden und gegen die Organisation von Treffen seien. Er folge Abu Hanifa.
Der Mufti meint, dass die Hanafiten genauso wie andere Rechtsschulen zwanglose Unterhaltungen zwischen Männern und Frauen verbieten, zu denen kein Heiratsverbot bestehe. Frauen, zu denen ein Heiratsverbot besteht (Mahram), sind vor allem nah verwandte Frauen.
Eine Notwendigkeit mit anderen Frauen zu sprechen, bestehe u. a. bei Kauf und Verkauf und bei Zeugenaussagen. Danach dürfe der Fragesteller mit Kommilitoninnen sprechen, wenn es ein echtes Bedürfnis gäbe, das mit seinen Studien zusammenhänge und nicht durch männliche Kommilitonen erfüllt werden könne. Damit dürfte der Kontakt zu Studentinnen schon weitgehend ausgeschlossen sein. Der Mufti fügt aber noch an, dass es bei einem Gespräch mit einer Kommilitonin nur um das sachliche Thema gehen dürfe und er sicher vor Versuchung (Fitna) sein müsse.
Sodann widerspricht der Mufti der Annahme, dass man Zeit mit einer Frau verbracht haben müsse, um sie kennenzulernen und zu heiraten. Solche Treffen könnten Verstellung beinhalten. Der richtige und vernünftige Weg den Charakter einer Frau kennenzulernen, sei vertrauenswürdige Personen, die sie kennen, zu fragen. Danach solle man mit einem formalen Antrag, wohl Heiratsantrag, fortfahren. Auf das Argument, dass manche Väter die Regeln der Scharia nicht verstehen würden, geht der Mufti nicht mehr ein. Treffen mit der möglichen künftigen Braut unter Aufsicht beider Familien könnten nämlich das sein, was einem formalen Heiratsantrag folgt. Es ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Hinzuziehung vertrauenswürdiger Personen, die die Frau kennen, vor einer Verstellung schützen kann. Die Gefahr einer Verstellung würde aber auch durch eine größere Häufigkeit und Dauer persönlicher Treffen geringer werden, möglicherweise etwas, was dem Antragsteller vorschwebte.
Zu bemerken ist noch, dass der Antragsteller angibt Hanafit zu sein, man den Fatwa-Online-Dienst allerdings als salafitisch bezeichnen muss. Die Salafiten lehnen die klassischen Rechtsschulen ab. Das bedeutet, dass der antwortende Mufti kein Hanafit ist. Gleichwohl gibt er eine Antwort mit Bezug zur hanafitschen Rechtsmeinung.

Schlagworte: Geschlechter, Kontakt, Notwendigkeit, Handel, Zeugenaussage, Studium, Versuchung, Mahram, Hanafiten, Salafiten

22.03.2026

CodeBlue: After Meeting Philip Morris, FT Mufti Office Explores Fatwa For Shariah-Compliant Tobacco Alternatives

Fatwas können lange wirken. Das gilt umso mehr für Staaten Südostasiens, in denen Fatwas von nationalen Fatwaräten durch amtliche Veröffentlichung bindend werden können. Hier geht es um eine Fatwa des malaysischen Fatwa Komitees des Nationalen Rats für Islamische Angelegenheiten von 2015. Danach seien E-Zigaretten und Vapes verboten (haram). Bereits 1995 sei Rauchen verboten worden.
Nach einem Besuch eines großen internationalen Herstellers von Tabakwaren denkt das Muftiamt über Fatwas für schariakonforme Alternativen zu Tabak nach. Dieser würde sich auf die Entwicklung solcher Produkte fokussieren. Diese Produkte seien sicherer als konventionelle Zigaretten. Allerdings sieht sich das Amt auch als Hüter der öffentlichen Gesundheit.
Dieses Treffen wird unter anderem von der Malaysischen Pharmazeutischen Gesellschaft kritisiert. Ein anderer Aktivist öffentlicher Gesundheit weist darauf hin, dass die Bewahrung des Lebens einer der Zwecke (Maqasid) des islamischen Rechts sei. Das Gesundheitsministerium hält Tabakprodukte, die nur erhitzt und nicht verbrannt werden, für schädlich. Solche Produkte werden bereits in Malaysia vertrieben.
Es treffen hier verschiedene Interessen aufeinander: religiöse, wirtschaftliche, gesundheitliche und staatliche Interessen. Dabei vertritt das Muftiamt nicht nur religiöse Interessen, sondern in diesem Fall auch staatliche Interessen, was sich dadurch ergibt, dass seine Fatwas durch amtliche Veröffentlichung bindend werden. Tatsächlich ist ein Tabakverbot eine Mindermeinung unter islamischen Juristen. Selbst das Alkoholverbot ist nicht unumstritten. Aus religiöser Sicht wäre ein Tabakverbot also nicht zwingend. Andererseits ist der Hinweis auf die Bewahrung des Lebens als einer der Zwecke des islamischen Rechts mindestens bedenkenswert. Und so vertritt das Muftiamt also auch gesundheitliche Interessen. Allerdings ist auch die Bewahrung des Vermögens ein Zweck des islamischen Rechts. Das läuft darauf hinaus, dass das Muftiamt bei einer etwaigen Neubewertung bzw. Bewertung neuer Produkte die verschiedenen Aspekte abzuwägen hat.

Schlagworte: Tabak, E-Zigaretten, Vapes, Gesundheit, Leben, Zwecke, Fatwawesen, Bindungswirkung, FTMO, Gesundheitsmnisterium, Malaysia

08.03.2026

AboutIslam: Can You Be in a Relationship Before Marriage in Ramadan?

Die Fragestellerin möchte wissen, ob sie im Ramadan Geschlechtsverkehr mit ihrem Freund haben darf. Schon das Stellen der Frage ist interessant, denn es ist recht bekannt, dass im Islam vorehelicher Geschlechtsverkehr als verboten gilt, was auch der streng sunnitische Mufti sogleich schreibt. Unzucht sei eine schwere Sünde, insbesondere im Ramadan. Der Fastenmonat sei eine goldene Möglichkeit zu bereuen und sich von Sünden zu befreien, wozu zwei Überlieferungen von Muhammad zitiert werden.
Für verheiratete Paare sei Geschlechtsverkehr im Ramadan nach dem Fastenbrechen freilich erlaubt. Dazu zitiert er einen Koranvers (Sure 2, 187). Danach wird im Ramadan nur tagsüber gefastet.

Schlagworte: Strafrecht, Unzucht, Sünde, Ramadan, Fastenbrechen