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04.12.2022

AboutIslam: Is Gold Trading Online Permissible?

In dieser Fatwa geht es um Goldhandel über eine Internetplattform. Der streng sunnitische Mufti beantwortet die Frage sehr grundlegend und lang. Dabei führt er zunächst aus, dass die grundlegende Regel sei, dass etwas erlaubt ist, außer es gäbe einen klaren Beweis für ein Verbot im Koran oder in den Überlieferungen von Muhammad.
Dann unterscheidet der Mufti zunächst zwischen einem erlaubten Auustauschgeschäft an Ort und Stelle, einem ebenfalls erlaubten Geschäft, bei dem der Preis sofort gezahlt wird und die Ware erst später geliefert wird (Salam), einem ebenfalls erlaubtem Geschäft, bei dem der Kaufpreis gestundet wird, und einem verbotenem Geschäft, bei dem beide Leistungen später nach Vertragsschluss erfolgen.
Aufgrund von Überlieferungen von Muhammad gibt es allerdings besondere Probleme bei Gold, Silber, Datteln, Weizen, Gerste und Salz. Insbesondere für Gold und Silber gelte, dass Ware und Preis sofort ausgetauscht werden müssen. Ein bedingter Rücktritt (Khiyar Schart) sei bei diesen Waren ebenfalls nicht möglich. Das ähnelt dem Ausschluss des Widerrufsrechts bei Internetkäufen im deutschen Recht beispielsweise hinsichtlich frischer Waren, worunter jedenfalls Datteln fallen könnten.
Aus all dem schließt der Mufti für den Internethandel mit Gold, dass er erlaubt ist, wenn der Preis sofort auf das Konto des Verkäufers überwiesen wird. Außerdem muss der Verkäufer das Gold sofort dem Käufer oder einem Bevollmächtigten übergeben.
Und dann wird es nochmal interessant, denn der Verkäufer kann das Gold sogar in seinem Besitz behalten. Voraussetzung dafür ist allerdings die Erlaubnis des Käufers. Ferner muss der Verkäufer dem Käufer das Eigentum vermitteln. Daraus ergibt sich unmittelbar, dass auch die Internetplattform als Stellvertreter des Käufers handeln kann und das Gold treuhänderisch verwalten kann.

Schlagworte: Schuldrecht, Kaufvertrag, Internet, Gold, Stellvertretung, Rücktritt, Bedingung