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28.11.2021

The New Arab: Judge, mufti, executioner: By abolishing Syria's top Sunni post, Assad centres all power in his person

Mehrere Medien berichten über einen tiefgreifenden Umbau des syrischen Fatwawesens. Die Position des Staatsmuftis wird abgeschafft. Seine Aufgaben werden verlagert auf den schon bestehenden Rat der Rechtsgelehrten, dem der Minister für religiöse Stiftungen vorsitzt.
Allgemein wird daraus zutreffend geschlossen, dass damit das Fatwawesen stärker unter staatliche Kontrolle gerät. Das dürfte aber weniger mit dem Kollektivgremium zu tun haben als damit, dass der derzeitige Vorsitzende gleichzeitig Minister ist. Kollektive Fatwagremien gibt es auch in anderen Staaten. Durch starke Persönlichkeiten, die keine politischen Ämter angenommen haben, konnten sie eine relative Unabhängigkeit bewahren, z. B. in Saudi-Arabien.
Interessant sind noch folgende Informationen und Interpretationen, die dieser Artikel liefert. Beide Sunniten, der scheidende Staatsmufti und der Minister, sind zwar loyal zu Assad, aber der Staatsmufti pflegte gute Beziehungen zum Iran, während der Minister eher der konservativen sunnitischen damaszener Elite nahesteht. Diese Änderung könnte auch eine Bewegung etwas weg von Iran hin zu Russland und den sunnitischen Golfstaaten sein.

Schlagworte: Staatsmuft, Rat der Rechtsgelehrten, Minister für religiöse Stiftungen, Assad, Syrien

21.11.2021

ProPakistani: Renowned Islamic Scholars Declare Smoking as Impermissible

Nach dieser Pressemeldung wurde auf einer Konferenz über die islamischen Regeln zum Rauchen eine Fatwa erteilt, die Rauchen verbietet. Die Konferenz wurde von einer Kinderrechtsorganisation und dem staatlichen Rat für islamische Lehre Pakistans organisiert.
Raucher würden ihre Gesundheit und die ihrer Familie gefährden. Ein pakistanischer Staatsminister ergänzte, dass Rauchen jährlich 170.000 Tote in Pakistan verursachen würde. Zudem verursacht Rauchen erhebliche Gesundheitskosten, selbst wenn man die Steuereinnahmen von der Tabakindustrie davon abzieht.
Was an dieser Fatwa nicht zum ersten Mal auffällt, ist, dass früher Fatwas, die Tabak verbaten, von Puritanern wie den Wahhabiten erlassen wurden, während sie jetzt Eingang in die herrschende Meinung gefunden haben. Schon die Wahhabiten begründeten das Verbot mit den gesundheitlichen Schäden und der Abhängigkeit, aber auch damit, dass Rauchen zu den schlechten Dingen gehöre.

Schlagworte: Rauchen, Gesundheit, Kosten, Abhängigkeit, Gesellschaft für den Schutz der Kinderrechte, Rat für Islamische Lehre, Pakistan

07.11.2021

Coconuts: Giving money to street beggars is haram, Islamic organization’s new fatwa says

Der Rat muslimischer Gelehrter der Provinz Südsulawesi in Indonesien hat angeblich eine Fatwa erlassen nach der es verboten (haram) ist Bettlern Geld zu geben. Das klingt zunächst sehr überraschend, ist doch die verpflichtende Almosengabe (Zakat) eine der fünf Säulen des Islam. Tatsächlich geht es auch nicht um ein Verbot, sondern wer Adressat der Almosen ist, eine Frage, die eher selten thematisiert wird. Üblicherweise geht es es darum wer für welche Vermögensgegenstände oder Einnahmen wieviel spenden muss. Einzig die Frage, ob man seine Pflicht mit einer Spende an arme Verwandte erfüllen darf, wird häufiger gestellt und von den Muftis eher bejaht.
Der Rat meint mit Spenden würde man das Betteln lediglich belohnen. Der Generalsekretär fügt hinzu, dass man damit diejenigen unterstützen würde, die die Bettler ausnutzen. Das zielt möglicherweise auf organisierte Bettelei. Stattdessen solle man das Geld an vertrauenswürdige anerkannte Hilfsorganisationen spenden.

Schlagworte: Almosen, Bettelei, Hilfsorganisationen, Rat muslimischer Gelehrter, Südsulawesi, Indonesien

01.11.2021

Al-Monitor: Egyptians clerics denounce first pig kidney transplant into human body

Der medizinische Fortschritt fordert immer mal wieder das islamische Recht heraus. Nun ist die Transplantation einer Niere eines Schweins in einen Menschen gelungen. Das hat eine lebendige religiöse Debatte in Ägypten ausgelöst.
So haben sich Offizielle der Azhar wohl zunächst ablehnend geäußert. Das Schwein sei rituell unrein und eine Transplantation mache daher den Menschen unrein, so dass er nicht mehr beten dürfe. Ein anderer Geistlicher der Azhar entgegnete dem, dass sich das Verbot nur auf das Fleisch beziehe.
Mittlerweile hat die Azhar angeblich eine offizielle Fatwa erlassen. Danach sei es zwar grundsätzlich verboten etwas Unreines für eine medizinische Behandlung zu benutzen. Bei absoluter Notwendigkeit (Darura) sei es allerdings erlaubt. Das Staatsmuftiamt fügte hinzu, dass die Transplantation vom Schwein erlaubt sei, wenn es keine andere Alternative gäbe. Das wäre hier der Fall gewesen, denn der Patient wurde bereits als klinisch tot diagnostiziert.

Schlagworte: Organtransplantation, Schwein, unrein, Notwendigkeit, Azhar, Staatsmuftiamt, Ägypten