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15.09.2019

Darul Iftaa wal Irshaad: Taking part in Protests, rallies and marches for genuine causes

Dieser hanafitische Fatwa-Online-Dienst aus Kanada befasst sich mit der Frage ob die Teilnahme an Demonstrationen erlaubt ist, was der Mufti grundsätzlich bejaht. Der glückliche Ausgang (Tawfiq) käme aber nur von Gott. Daraus leitet der Mufti sodann die Notwendigkeit her die religiösen Pflichten zu erfüllen. So hält der Mufti es für verboten mit dem anderen Geschlecht gemeinsam zu demonstrieren, aber auch Sachbeschädigungen sind verboten. Ferner gehören die Bekleidungsvorschriften sowie die Gebete zu den einzuhaltenden Pflichten. Gott sei ein notwendiger Faktor der Gleichung.
Die Antwort kreist letztlich um die Frage der Vorherbestimmung und die Entscheidungsfreiheit des Menschen bzw. ihr Verhältnis zueinander. Der Mufti setzt den Schwerpunkt auf die Vorherbestimmung, so dass wenig Spielraum für die Freiheit des Menschen übrig bleibt. Andererseits bleibt offen inwiefern der fromme Lebenswandel und die Teilnahme selbst einen Einfluss auf den Erfolg einer Demonstration haben könnte.

Schlagworte: Demonstrationen, Gott, Geschlechtertrennung, Sachbeschädigung, Bekleidung, Gebet, Hanafiten

08.09.2019

Ask Imam: Islamic state in non-Muslim country

Dieser hanafitische Fatwa-Online-Dienst aus Südafrika beantwortet die Frage nach der Etablierung eines islamischen Staates in einem nichtmuslimischen Land. Das ist eine Frage der Art, die den Konflikt zwischen islamischem und staatlichem Recht darauf zuspitzt zu entscheiden welches Vorrang hat. Entscheiden sich muslimische Würdenträger für das islamische Recht, wird ihnen Demokratiefeindlichkeit vorgehalten. Entscheiden sie sich für das staatliche Recht, wird ihnen von Personen, die den Anspruch vertreten den wahren Islam zu vertreten, Anpassung an die (westliche) Demokratie oder gar Verrat des Islam vorgehalten.
Der Mufti stellt in diesem Spannungsfeld zunächst fest, dass man in einem nichtmuslimischen Land bleiben soll, wenn man die wesentlichen Grundlagen des Islam praktizieren könne und Leben, Vermögen und Würde geschützt seien. Weiterhin hält er für verpflichtend sich als Bürger eines Landes an die Gesetze zu halten, die nicht unislamisch seien. Dieser Nachsatz lässt Aufhorchen, auch wenn der Mufti gleich nachschiebt, dass man sich immer an die Gesetze halten solle und kein Chaos verursachen solle. Er ergänzt sogar, dass man den Islam in manchen nichtmuslmischen Ländern freier leben könne als in muslimischen Ländern.
Dem Fragesteller wird allerdings empfohlen sich islamisch zu verhalten und für den Islam zu werben. Das würde vielleicht zu einem islamischen Staat führen. So sehr der Mufti also nichtmuslimische Länder lobt, gewährt er demokratischen Ordnungen doch keinen absoluten Vorrang vor dem Islam.

Schlagworte: islamischer Staat, islamisches Recht, staatliches Recht, Hanafiten, Südafrika