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07.01.2018

eShaykh.com: Bitcoin

Gerade wird das Finanzwesen von einigen prominenten Muftis in das Visier genommen. So hat angeblich das ägyptische Staatsmuftiamt eine Fatwa gegen Bitcoins erlassen (vgl. Quartz: Egypt’s top Islamic cleric has issued a fatwa against bitcoin). Es ist allerdings nicht sicher, ob diese Fatwa vom Staatsmufti selbst stammt (vgl. bento: Islamischer Gelehrter verbietet Bitcoin). Das Staatsmuftiamt stützt nach diesen Presseberichten seine Rechtsauffasung hauptsächlich darauf, dass mit Bitcoins Kriminalität finanziert werden könne. Demgegenüber argumentiert diese Fatwa eines sufisch orientierten Fawa-Online-Dienstes, der u. a. vom Vorgänger des jetzigen ägyptischen Staatsmuftis, Ali Gomaa, getragen wird, näher am islamischen Recht. So ist Vermögen/Eigentum nach islamischer Rechtsauffassung mit einem konkreten Sachwert verbunden. Gemeint ist wohl die Kategorie der Unsicherheit (Gharar), die einen gewissen Grad nicht überschreiten darf. Das problematisiert der Mufti unmittelbar am Papiergeld, dessen Sicherung durch Gold und Silber weggefallen sei. Bei Papiergeld bestünde ein langer Konsens (Idschma). Das ist wichtig, denn der Konsens ist eine Quelle des islamischen Rechts und macht von ihm umfasste Regelungen verbindlich. Bezüglich Bitcoins gäbe es keinen Konsens.
Eine großes Presseecho hat auch eine Fatwa der islamischen Hochschule in Deoband in Nordindien erhalten. In ihr wird davon abgeraten in eine Familie einzuheiraten, deren Mitglieder ihr Geld in Banken verdienen, denn dieses Einkommen sei verboten (vgl. Darul Uloom Deoband: Nikah (Marriage)).

Schlagworte: Bitcoin, Unsicherheit, Kriminalität, Konsens, Papiergeld, Staatsmuftiamt, Ägypten, Familienrecht, Heirat, Bank, Einkommen, Islamische Hochschule Deoband, Indien, Hanafiten