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15.12.2019

Islamweb: Clarification about (Quran 4:140)

In dieser Fatwa wird ein Koranvers zu einem möglichen Abfall vom Islam (Apostasie) ausgelegt. Interessant ist schon die Frage, denn der Fragesteller bezieht den Vers auch auf Chaträume. In dem Vers geht es nämlich darum, dass Muslime nicht bei Menschen sitzen sollen, die Handlungen des Unglaubens und der Vielgötterei begehen.
Zunächst einmal hält der Mufti den Vers und die daraus abgeleiteten Regeln für auf das Internet anwendbar. Die inhaltliche Auslegung kreist nun hauptsächlich um die Wendung "dann seid ihr wie sie". Der streng sunnitische Mufti hält zwar das Sitzen bei solchen Menschen, wie der Wortlaut des Verses recht eindeutig nahe legt, für verboten. Die zitierte Wendung würde aber nicht bedeuten, dass man durch das Dabeisitzen zum Ungläubigen werde, sondern dass man eine Sünde begehen würde wie die Ungläubigen. Als Beleg wird ein Zitat aus einem Korankommenatar eines tunesischen islamischen Modernisten aus dem 20. Jahrhundert angeführt. Und selbstverständlich darf man an solchen Treffen teilnehmen, wenn man einen anerkannten Grund hat, z. B. wenn man Missbilligung der geäußerten Ansichten ausspricht. Dass die Fatwa jetzt erscheint ist möglicherweise kein Zufall, denn Weihnachtsfeiern könnten aus muslimischer Sicht als solche Treffen des Unglaubens angesehen werden.

Schlagworte: Apostasie, Unglaube, Vielgötterei, Sünde, Versammlung, Chat

08.12.2019

NRT: High Council of Fatwa issues decision on taxi drivers, women in Kurdistan Region

Zwischen zwei Organen der kurdischen Autonomieregion im Irak ist ein Streit über die Nutzung von Taxis durch Frauen ausgebrochen. Ihren Anfang nahm sie mit einer Fatwa des Hohen Rates für Fatwas nach einer diesbezüglichen Frage.
Hintergrund sind Übergriffe von Taxifahrern auf weibliche Fahrgäste bis hin zu Vergewaltigungen. Die kurdische Regierung hat darauf bereits reagiert indem sie alle Taxifahrer verpflichtet hat ihre Identifikation deutlich sichtbar zu machen.
Der Fatwarat empfiehlt nun, dass mindestens zwei Frauen ein Taxi nutzen oder dass sie mit anderen legitimen Personen wie Familienmitgliedern zusammen fahren. Alleine können sie mit einer Taxifahrerin fahren. Jene dürfe ohnehin nur weibliche Fahrgäste befördern.
Alleine mit einem Fahrer dürfen sie nur fahren, wenn sie sich dessen sicher sind und auf dem Rücksitz sitzen. Nachts dürfen sie das nur, wenn es zusätzlich notwendig für eine Arbeitsstelle sei.
Kompliziert wird es, wenn die Frau, der Fahrer oder beide erst während der Fahrt feststellen, dass die Gefahr illegaler Akte besteht. Dann nämlich soll sie das Taxi verlassen. Wenn sie das nicht tut, soll der Fahrer das Taxi sofort verlassen. Wie es danach weitergehen soll, wird nicht mitgeteilt.
Das Fahrtgeld sei nur erlaubt, wenn der Fahrer nichts Verbotenes tut. Sexuelle Gefälligkeiten können nie als Bezahlung genutzt werden.
Der Fatwarat hat sich einige Gedanken gemacht. Gleichwohl hat er sich die Kritik des Hohen Rates für Frauenangelegenheiten zugezogen. Die Fatwa würde die Würde von Frauen und Männern verletzen. Der Fatwarat habe die Rechte der Frauen missachtet. In der Tat reglementiert die Fatwa zum großen Teil das Verhalten weiblicher Fahrgäste, also der potentiellen Opfer. Einzig die Regelung zum Fahrtgeld betrifft allein den Fahrer. Und es ist sehr fraglich, ob die Illegalität des Fahrtgeldes überhaupt hinreichend abschreckend wirkt.

Schlagworte: Taxi, Frauen, Hoher Rat für Fatwas, Hoher Rat für Frauenangelegenheiten, Kurdistan, Irak

01.12.2019

eShaykh.com: Nudity during sex

Wie weit die Vorstellungen von Sexualmoral gehen können, zeigt diese Frage sehr anschaulich. Es wird nämlich gefragt, ob ein verheiratetes Paar Kleidung beim Geschlechtsverkehr anhaben muss.
Die erwartbare Antwort ist, dass sie komplett nackt sein dürfen. Interessant ist allerdings, dass solche Fragen schon sehr weit zurückreichen. So führt der Mufti eine Überlieferung sowohl von Muhammad als auch von seiner Ehefrau Aischa an, nach denen die Nacktheit vor dem Ehepartner erlaubt ist. Das Problem hat sogar Eingang in die Rechtsliteratur gefunden, was der Mufti durch zwei weitere Zitate belegt.

Schlagworte: Nacktheit, Kleidung, Geschlechtsverkehr, Sexualmoral